2/2024 Mit Bromptons quer durch Bordeaux

30. September 2024 | Frankreich, Länder, Reisen

2/2024 Mit Bromptons quer durch Bordeaux

Nach unserem Klosterbesuch fahren wir durch bis nach Bordeaux, wo wir einen schönen Campingplatz finden und uns erstmal etwas einrichten und ein erstes lokales Bier trinken – was vielleicht nicht ganz adäquat ist in Bordeaux uns aber grad besser schmeckt als ein Glas Rotwein – das sparen wir uns für später auf. Danach satteln wir unsere Bromptons und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Die Radwege beginnen erstmal vielversprechend – sozusagen eine Radautobahn, die dann aber irgendwann plötzlich zu Ende ist und da beginnt das Fahrradabenteuer dann so richtig. Sehr wilde Übergänge, defekte Beläge, halsbrecherische Überquerungen von Schnellstrassen und Einkaufswagen, parkierte Autos oder Fussgänger:innen auf dem Radweg. Es ist nicht ganz einfach. Wir kommen aber gut in der Innenstadt an und finden ein feines Plätzchen zum Essen und nun auch ein Glas Wein. Nachdem wir uns dann auf dem Heimweg nochmals kurz verirren, finden wir unsere Homebase letztlich dann doch noch.

Am nächsten Morgen geht es schon besser, wir kennen die Tücken der Radwege und vor allem den Weg und sind schon ganz gut integriert in den Bordeaux’schen Verkehr – wer es nicht weiss, meint wir seien hier einheimisch.

Nachdem wir ein Fahrradgeschäft gefunden haben – denn unser Schloss für die Fahrräder liegt leider zu Hause in der Garage und wir müssen uns ein neues besorgen – geht es nach einem kurzen Fotostop beim alten U-Bootbunker über die Cité du vin weiter zum Miroir d’eau. Da waren wir gestern Abend schon kurz, finden die Installation aber so cool, dass wir sie auch bei Tag nochmals besuchen möchten. Der Miroir ist ein Granitplatz, der mit Wasser geflutet wird und so zum Reflexionsbecken wird, in dem sich die historischen Gebäude gegenüber spiegeln (https://de.wikipedia.org/wiki/Miroir_d’eau) – echt sehenswert und vor allem sehr fotogen. Wir haben viel Spass und sind nicht die einzigen – ein schöner Ort zum verweilen, beobachten, experimentieren und staunen. 

Weiter geht es in die Altstadt, wo wir ein feines Mittagessen geniessen – wie üblich in Frankreich sehr gepflegt und von einem Glas Wein begleitet – oder war es ein Ricard?

Weiter geht unsere Radtour zur Pont Jacques Chaban-Delmas, eine Hubbrücke, die für grosse Kreuzfahrtschiffe hochgehoben werden kann. Wir sehen das Spektakel leider nicht live, die Brücke an sich ist aber schon eindrücklich. Weiter geht es dann – uns tut der Hintern schon weh – durch einige interessante Neubauquartiere bis hin zum Place Darwin. Ein alternatives und innovatives Ökosystem mit ganz spannenden Ansätzen. Das Gelände war früher eine Kaserne und wird heute von ganz unterschiedlichen Gruppen genutzt. Neben einer grossen Skateboardhalle, findet sich ein alternatives Fahrradgeschäft, die Schuhfabrikantin Veja, ein buntes farbiges Restaurant – ein Mix aus Jugendtreff, Brockenstube und hippem Speiselokal, eine Weinhandlung und ein Feinkostgeschäft. Auch Konzertlokalitäten und ein Flash Tattoo Studie (wir haben nicht herausgefunden, was das ist) findet sich hier. Uns gefällt es, es lebt und ist auch rege besucht – jung, alt, laut, leise, hip oder bieder: es scheint einer der Orte zu sein, wo alles nebeneinander Platz hat!

Nun können wir kaum mehr auf unseren Sätteln sitzen und treten den Heimweg an, geniessen den Abend vor unserem Freigeist auf dem ruhigen Campingplatz. 

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