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Kapitel 02 von 08 · Bordeaux · Frankreich

Mit unseren Bromptons kreuz und quer durch Bordeaux

Aus unserem Reisetagebuch

Nach unserem Klosterbesuch fahren wir durch bis nach Bordeaux. Dort finden wir einen schönen Campingplatz, richten uns erst einmal ein und trinken ein erstes lokales Bier. Das ist vielleicht nicht ganz adäquat in Bordeaux, schmeckt uns aber gerade besser als ein Glas Rotwein – den sparen wir uns für später auf. Danach satteln wir unsere Bromptons und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Die Radwege beginnen vielversprechend, sozusagen als Radautobahn. Irgendwann endet sie plötzlich, und da beginnt das Fahrradabenteuer so richtig: wilde Übergänge, defekte Beläge, halsbrecherische Querungen von Schnellstrassen sowie Einkaufswagen, parkierte Autos oder Fussgängerinnen und Fussgänger auf dem Radweg. Es ist nicht ganz einfach. Wir kommen aber gut in der Innenstadt an und finden ein feines Plätzchen zum Essen – und nun auch für ein Glas Wein. Nachdem wir uns auf dem Heimweg nochmals kurz verirren, finden wir unsere Homebase letztlich doch noch.

Am nächsten Morgen geht es schon besser. Wir kennen die Tücken der Radwege und vor allem den Weg und sind bereits ganz gut in den Verkehr von Bordeaux integriert. Wer es nicht weiss, meint, wir seien hier einheimisch. Nachdem wir ein Fahrradgeschäft gefunden haben – unser Schloss liegt leider zu Hause in der Garage –, geht es nach einem kurzen Fotostopp beim alten U-Bootbunker über die Cité du Vin weiter zum Miroir d’eau. Da waren wir gestern Abend schon kurz. Wir finden die Installation aber so cool, dass wir sie auch bei Tag nochmals besuchen möchten. Der Miroir ist ein Granitplatz, der mit Wasser geflutet wird und so zum Reflexionsbecken wird, in dem sich die historischen Gebäude gegenüber spiegeln. Echt sehenswert und vor allem sehr fotogen. Wir haben viel Spass und sind nicht die Einzigen: ein schöner Ort zum Verweilen, Beobachten, Experimentieren und Staunen.

Weiter geht es in die Altstadt, wo wir ein feines Mittagessen geniessen – wie üblich in Frankreich sehr gepflegt und von einem Glas Wein begleitet. Oder war es ein Ricard? Unsere Radtour führt danach zur Pont Jacques Chaban-Delmas, einer Hubbrücke, die für grosse Kreuzfahrtschiffe angehoben werden kann. Wir sehen das Spektakel leider nicht live, doch die Brücke an sich ist schon eindrücklich. Uns tut inzwischen der Hintern weh, trotzdem geht es durch einige interessante Neubauquartiere weiter bis zum Darwin Ecosystème. Das frühere Kasernengelände wird heute von ganz unterschiedlichen Gruppen genutzt. Neben einer grossen Skateboardhalle finden sich ein alternatives Fahrradgeschäft, Veja, ein buntes Restaurant, eine Weinhandlung, Feinkost, Konzertorte und ein Flash-Tattoo-Studio. Uns gefällt es: jung, alt, laut, leise, hip oder bieder – hier scheint alles nebeneinander Platz zu haben. Nun können wir kaum mehr auf unseren Sätteln sitzen, treten den Heimweg an und geniessen den Abend vor unserem Freigeist auf dem ruhigen Campingplatz.

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