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Kapitel 05 von 08 · Bilbao · Baskenland

Bilbao – Übernachtung mit Blick auf die Stadt

Aus unserem Reisetagebuch

Unser nächstes Ziel ist Bilbao, eine weitere Stadt im Baskenland, die wir besichtigen wollen. Selbstverständlich steht auch das Guggenheim Museum auf dem Plan. Berühmt ist das Museum mitten in der Innenstadt nicht nur wegen seiner modernen Kunst, sondern vor allem wegen der markanten dekonstruktivistischen Architektur. Der Architekt und Designer Frank O. Gehry hat das Gebäude entworfen und damit die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt erschaffen. Mit der Eröffnung im Jahr 1997 wurde Bilbao aus dem Dornröschenschlaf geweckt und erlebte eine Wiederbelebung, die für die gesamte Region von Bedeutung ist. Die Eintrittskarten haben wir bereits im Voraus online gekauft. Das finden wir praktisch, weil es die Wartezeit am Eingang verkürzt.

Vorher müssen wir aber noch einen Stellplatz für Freigeist finden. Eigentlich wollten wir gar nicht übernachten und das Museum sozusagen beim Vorbeifahren besuchen. Die Parkplatzsituation in Bilbao ist aber kritisch, wie wir bei unserer Recherche herausfinden. In der engen Innenstadt gibt es kaum Parkplätze – schon gar nicht für grössere Fahrzeuge – und die wenigen möglichen Plätze gelten nicht als sicher. Wir sind normalerweise nicht sehr ängstlich, doch was wir in den Foren der Community lesen, macht uns vorsichtig. Also fahren wir den offiziellen Stellplatz der Gemeinde an und bleiben gleich über Nacht. Der Platz liegt oberhalb der Stadt, und allein die Bekanntschaft mit der extrem netten und lustigen Dame am Empfang ist es wert. Sie managt den einigermassen chaotischen Betrieb mit Bravour und ganz viel Humor. Wir bekommen einen der raren Plätze – dann auch noch in der vordersten Reihe mit unglaublichem Blick über die ganze Stadt. Wir bereuen überhaupt nicht mehr, dass wir uns für eine Nacht entschieden haben.

Erst einmal geht es mit dem öffentlichen Bus hinunter in die Stadt. Auch das ist ein Erlebnis: Wir steigen mit dem halben Stellplatz ein, darunter eine Gruppe Jugendlicher aus Österreich, die gleich zu elft sind. Angemeldet haben sie nur acht, aber das sei ihnen verziehen – schliesslich schlafen sie ziemlich zusammengepfercht in zwei VW-Bussen. Sie unterhalten den ganzen Bus, und die Fahrt vergeht schnell. Nach unserem ausgiebigen Besuch im Museum erkunden wir die Stadt und finden in der Altstadt eine nette Bar mitten im Getümmel. Es ist Samstagabend und gefühlt die halbe Stadt ist auf den Beinen. Es wird getrunken, gefeiert und viel gelacht. Neben unserer Bar wird ein typisch baskisches Spiel gespielt: La Rana. Dabei wirft man Metallchips auf einen Frosch mit offenem Mund und versucht natürlich, im Maul zu treffen. Die Wurftechniken allein sind schon unterhaltsam. Und dann wird tatsächlich manchmal getroffen – und das Gejubel geht richtig los. Man kann den Blick kaum losreissen, weil man den nächsten Treffer nicht verpassen will. Wir sitzen sicher eine Stunde da und amüsieren uns genauso wie die Werferinnen und Werfer. Eigentlich hätte Bettina gerne selbst einen Versuch gestartet, traut sich aber nicht zu fragen. Später fahren wir zurück zu Freigeist, geniessen nochmals die schöne Aussicht und verabschieden uns für heute von Bilbao.

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