13/36 Tbilisi – Nächtigen am Tbiliser „Meer – in einer alten Stadtwohnung und auf dem Parkplatz im Zentrum

4. September 2021 | Blogs der Reise, Eurasientour, Georgien,Blog

13/36 Tbilisi – Nächtigen am Tbiliser „Meer – in einer alten Stadtwohnung und auf dem Parkplatz im Zentrum

Wir waren im letzte Monat insgesamt 3 Mal in Tbilisi, der Hauptstadt von Georgien. Bei unserem ersten Stopp ca. Mitte Monat nächtigen wir uns etwas ausserhalb der Innenstadt an einen schönen See, der übrigens von den Einheimischen Tbiliser Meer genannt wird. Wir treffen dort unsere Bekannten wieder und verbringen zwei gemütliche Abende zusammen mit eigener grosser Badewanne und einer schönen Sicht auf die Stadt. Viel von der Stadt sehen wir allerdings bei diesem Besuch nicht, wir müssen einiges besorgen für unsere Wanderreittour und bewegen uns zwischen Waschsalon, Einkaufszentrum, Outdoorshops und Bankomaten, die Euro ausspucken. Aber wir wissen, dass wir ja noch mind. zweimal hierherkommen und nehmen es gelassen. 

Bei unserem zweiten Besuch sind wir „Autolos“, d.h. wir müssen uns weder durch den crazy Verkehr kämpfen, noch einen Parkplatz suchen und mieten uns ein schönes Appartement in der Altstadt mit traditionellem Tbiliser-Balkon und komfortabler Einrichtung. Wir treffen nun auch unsere Reisegefährt*innen, mit denen wir die nächsten Tage zu Pferd unterwegs sind und lernen uns am ersten Abend bei einem feinen Essen erstmal kennen. Ebenfalls erhalten wir einen etwas näheren Blick in die Stadt und freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Besuch, bei dem wir diese dann sicher mit etwas mehr Zeit erkunden können.

So ist es dann auch. Nach der Wanderreittour – es ist nun bereits September – kommen wir zurück und entschliessen uns, mitten in der Stadt, beim Public-Service-Center auf dem grossen Parkplatz zu nächtigen. Obwohl mitten in der Stadt, ist der Platz echt ideal. Man erreicht die schöne Altstadt, das Bäderquartier und die meisten Sehenswürdigkeiten per Fuss und der Parkplatz ist in der Nacht fast leer, grenzt an einen schönen Park und wir haben die offizielle Erlaubnis vom Parkwächter, dass wir hier gerne schlafen dürfen. Das Wetter ist noch immer schön, es ist nun aber zum Glück nicht mehr so heiss wie bei unseren ersten beiden Besuchen und ausser einem deftigen Stürmchen hindert uns nun nichts mehr daran, uns ins Stadtleben zu stürzen. Es gibt hier viele kleine Quartiere, die alle einen etwas anderen Charakter haben, alte traditionelle Häuserzeilen, die schönen alten Bäder oder auch einige moderne Ecken – die Vielfalt ist es, die es für uns ausmacht. Cafés, Restaurants und kleine Läden – wir lassen uns durch die Stadt treiben und saugen das Kontrastprogramm zur letzten Woche in den Bergen auf. Ebenfalls statten wir einem der traditionellen Sulfur-Bäder einen Besuch ab, wir haben hier einen privaten Baderaum inkl. einem Peeling mit Seifenmassage und einer Sportmassage (haben wir doch verdient nach der letzten Woche oder?) gebucht. Es ist wunderbar und wir sind danach total entspannt, fühlen uns mal wieder so richtig sauber (:-)) und ganz fasziniert vom Charme dieser alten Badehäuser – ein Erlebnis, dass wir auf jeden Fall empfehlen können. Am letzten Tag geniessen wir ein feines Frühstück in einem schönen Kaffee und als wir losfahren möchten, kommen zwei Polizisten auf uns zu und fragen, ob wir georgisch sprechen. Wir müssen leider verneinen, bieten aber unsere spärlichen Russischkenntnisse an, da die beiden Herren kein Wort Englisch sprechen. Also verhandeln wir auf Russisch und wir finden heraus, dass sie einen Touristen suchen, dessen Tasche gestohlen wurde und der sich über die Notrufnummer 112 mit ihnen in Verbindung gesetzt hat. Als klar ist, dass wir nicht die bestohlenen sind, werden wir gleich als Übersetzer*innen eingesetzt, wir telefonieren mit dem Geschädigten und bestellen ihn auf Platz – die beiden Polizisten füttern wir währenddessen mit Schokolade, zeigen ihnen unseren Freigeist von dem sie sehr begeistert sind. Nach einer Weile kommt der besagte Tourist – ein Ire – und wir vermitteln nochmals, erklären ihm, dass er mit den beiden Herren auf den Polizeiposten fahren muss – nicht ohne dass er sich seine schmutzigen Schuhe vorher abwischt (das ist den Polizisten sehr wichtig) und werden dann von unserer Mission entlassen. Eine wirklich skurrile aber lustige Geschichte und wir freuen uns, dass wir auch mal helfen konnten, nach den vielen Situationen in denen wir auf Hilfe der Georgier*innen angewiesen waren.

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