06/17 Toila – Halt am Meer vor dem Übertrittsversuch

8. Juli 2021 | Baltikum Blog, Blogs der Reise, Eurasientour

06/17 Toila – Halt am Meer vor dem Übertrittsversuch

Wir nähern uns langsam der russischen Grenze und sind nun ganz im Osten von Estland angekommen, in Toila finden wir einen superfeinen Campingplatz im Wald und mit direktem Zugang zum schönen Ostseestrand. Toila ist ein Ferienort mit Heilquellen, der in „normalen“ Zeiten sehr beliebt ist bei russischen Touristen. Auch ist die Bevölkerung in dieser Ecke Estlands meist russischsprachig und wir können uns noch etwas mehr an die russische Sprache (ob gesprochen oder geschrieben) gewöhnen und verstehen eigentlich mehr als im restlichen Estland, da unser Russischkurs doch irgendwie Früchte getragen hat und wir von der estnischen Sprache wirklich gar nichts verstehen. Das Gebiet in dem wir uns befinden war während des zweiten Weltkrieges stark umkämpft und wir besuchen den eindrücklichen Soldatenfriedhof, der gleich hinter unserem Campingplatz liegt. Hier sind 2000 deutsche Soldaten begraben, die in diesen Kämpfen gestorben sind (insgesamt sind in dieser Gegend gegen 10000 Soldaten gefallen – ein bedrückendes Gefühl beschleicht einem, wenn man diesen Ort besucht und die vielen Namen liest, die in grosse Steintafeln eingemeisselt wurden.

Wir haben uns entschieden, hier drei Tage zu bleiben, einerseits, weil es so schön ist und andererseits, weil wir uns noch etwas auf den bevorstehenden Grenzübertrittsversuch nach Russland vorbereiten wollen. Wir brauchen noch ein paar Dokumente auszufüllen, müssen uns überlegen, wie wir das mit der Deklaration unserer Waren handhaben und nehmen nun auch das erste Mal unsere Pässe mit den Visa, unsere Zusatzversicherung für Russland und die Autoversicherung aus dem Sicherheitsfach vom Freigeist und räumen etwas auf, da wir eine „Hausdurchsuchung“ erwarten, sollten wir es bis zum russischen Zoll schaffen.

Es ist immer noch heiss und wir sind froh um unser Plätzchen unter den Fichtenbäumen, auch wenn uns ab und zu ein Fichtenzapfen oder ein Käfer von den Bäumen auf den Kopf fällt. Am Donnerstag erleben wir ein kleines Strürmchen mit ein paar Regentropfen – tatsächlich erst das dritte Mal seit wir unterwegs sind und als wir alles gesichert haben, geniessen wir die kleine Abkühlung sehr. Am Abend ist das Wetter jedoch wieder schön und wir schlendern dem Strand entlang bis wir die Restaurants, Bars und Essensständen (mit Hähnchenstand, der irgendwie aus Deutschland zu kommen scheint) erreichen. Hier geniessen wir die Stimmung, schnabulieren ein Eis und sind ebenso entspannt wie das die Einheimischen hier sind und tun es ihnen gleich und schaukeln eine Runde auf den Schaukeln, die hier in Estland überall stehen und rege von Gross und Klein benutzt werden. Es soll übrigens sogar in Estland ein Schaukelwettbewerb geben – leider haben wir nicht herausgefunden wo und wann dieser stattfindet, sonst hätten wir uns das sicher angesehen. Übrigens sind hier die Tage nun noch länger als bisher, wir merken, dass wir noch nördlicher sind als die letzten Wochen. Bis um 23.30 Uhr ist es noch dämmrig hell und bereits um 3.30 Uhr morgens wird es wieder hell, wobei wir da natürlich noch schlafen, weil wir nie vor 1 Uhr ins Bett kommen.

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