04/12 Zemaijtios Nationalpark – Surf Spot – Kurische Nehrung: lange Tage, wunderbare Sonnenuntergänge und grosse Hitze

22. Juni 2021 | Blogs der Reise, Eurasientour, Uncategorized

04/12 Zemaijtios Nationalpark – Surf Spot – Kurische Nehrung: lange Tage, wunderbare Sonnenuntergänge und grosse Hitze

Wir sind noch immer in Litauen und nehmen es nun wirklich gemütlich. Erstens weil es unglaublich heiss ist und wir gar nicht schneller mögen, zweitens weil es für Russland grad nicht so gut aussieht. Noch immer ist der Landweg geschlossen und aktuell scheinen die Corona-Zahlen mindestens in St. Petersburg und Moskau wieder stark anzusteigen – das bedeutet wohl, dass in den nächsten Tagen (oder Wochen?) die Grenze kaum öffnen. Da nützen uns auch unsere Visa nichts. Dennoch halten wir am Plan fest, mal nach Estland zu fahren und dort den Grenzübertritt zumindest zu versuchen. Aber wie gesagt es eilt nicht und wir entdecken das Baltikum mit seinen schönen Landschaften und tollen Orten. Es sind ruhige Tage, mit schönen eindrücklichen Erlebnissen. Wir geniessen den Mittsommer – die Sonne geht um ca. 22.30 Uhr unter  – und das auf jeweils ganz spektakuläre Art und Weise – und auch um 23 Uhr ist es noch dämmrig hell. 

Die Menschen hier sind alle bis spät in die Nacht unterwegs, jung und alt. Also vor Mitternacht geht hier niemand schlafen, so kommt es uns vor. Dementsprechend verschieben sich unsere Aktivitäten – auch wir gehen sehr spät zu Bett und am Morgen schlafen wir lange (wobei wir beim Aufstehen irgendwie nicht mit den Litauer*innen korrespondieren – die sind am Morgen immer alle schon auf bis wir aus unserem Freigeist kriechen).

Wir haben hier unser eigenes Programm und könnten dem bunten Treiben hier stundenlang zuschauen. Die farbigen Kites tanzen am Himmel, stand up Paddels kreuzen neuartige düsenangetriebende Surfbretter und nicht zuletzt bieten eigentlich die verzweifelten Versuche der Kite-Anfänger*innen, die am Ufer ihre Kites hochzubringen versuchen die grösste Unterhaltung. Wir sitzen vor dem Freigeist in der ersten Reihe und amüsieren uns köstlich – einen Fernseher brauchen wir auf jeden Fall nicht hier.

Aber wir sitzen natürlich nicht nur rum, zwischendurch gibts auch für uns etwas Aktivität, wenn wir zum Beispiel etwas Touch-Tennis spielen, durchs Wasser waten zum nahegelegenen Café oder einen „Architekturrundgang“ durch das Neubaugebiet machen. Auch hier wird gerade viel gebaut und das Ufergebiet wird wohl mittelfristig nicht mehr so naturbelassen sein, wie es heute noch ist. Aber das was wir sehen ist wenigstens schön gemacht, fügt sich gut in die Landschaft ein und scheint durchdacht zu sein. 

Ende letzte Woche hat unser Freigeist komische Geräusche gemacht und uns damit etwas verunsichert. Die Geräusche kommen von irgendwo rechts unten bei der Feder am rechten Rad. Mittels Selbstdiagnose haben wir lediglich festgestellt, dass es nicht das Fahrwerk selber ist, also dort kein Schaden auszumachen ist, das Rad und die Bremsen auch nicht der Grund sein können und es wohl die Feder ist, die irgendwie springt, wenn wir über eine Bodenwelle fahren. Sicherheitshalber fahren wir in Klaipeda eine Opel-Garage an und fragen, ob sie uns mal drunterschauen würden. Das Interesse ist nicht sehr gross und wir erhalten einen Termin in den nächsten Tagen. Na ja, dann fahren wir halt erstmal auf die Kurische Nehrung und schauen selber nochmals. Spannenderweise tönt es jetzt plötzlich gar nicht mehr, der Freigeist hat wohl Angst gekriegt, dass wir ihn beim litauischen Opelhändler lassen und hat sich entschieden, die Feder wieder selber einzurenken. Wir werden es beobachten und zur Not dann nochmals eine Opel-Garage ansteuern. 

Hier auf der Kurischen Nehrung steigen wir am ersten Abend auf die eindrücklichen Wanderdünen und lassen einmal mehr unsere Blicke in die Ferne schweifen – es ist wirklich toll und wir stellen uns vor, dass es in Kasachstan dann auch etwa so aussehen könnte – wenn wir es bis dorthin schaffen.

Am Abend geniessen wir im Städtchen ein Bier auf der Terrasse und schauen dem Treiben zu – es scheint irgendwie Jahrmarkt zu sein, überall sind kleine Markstände, Imbissbuden, Trachtengruppen zu sehen und die ganze Stadt ist spätabends auf den Beinen. Es fühlt sich mal wieder wie Ferien an:-) und wir merken grad, dass wir jetzt die 4 Wochengrenze überschritten haben, so lange hatten wir noch gar nie Ferien am Stück und es geht ja noch weiter.

2 Kommentare
  1. René Bognar

    Schöne Bilder, coole Eindrücke, richtige Midsommer-Stimmung. So soll’s sein.
    Hoffe, es ist nix Schlimmes mit dem Opelchen und dass es doch noch klappt mit dem Eintritt nach Russland. Ihr schaut schon richtig entspannt aus…naja. Ist ja auch kein Wunder nach 4 Wochen Ferien!
    Lüübs Grüassli usem dunkle Summer vur Schwiz. Bögi

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    • admin

      Danke danke, wir ziehen jetzt nach Riga 🙂
      Opelchen scheint keine Probleme mehr zu haben, schnurrt wieder wie ein Kätzchen, obwohl er einige Kilometer über die gravelroads musste 🙂
      Und ja alles wird langsamer, gemächlicher, man wird aber auch träger, müder denke das gehört immer noch zur Erholungsphase, sehr interessant dünkt mich, dass man viel mehr Träumt, wohl auch viel mehr verarbeitet, als wenn mann vollgas arbeitet. Bis jetzt auf jeden Fall scheint es eher Gesund zu sein das Vanlife 😉

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